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Veritas Flucturare Frägt:

Mal ne Frage: Warum positioniert sich eigentlich der freiheitsliebende Westen nicht eindeutig wenns um die Volksaufstände in den Arabischen Staaten geht?

  • Troy Mer weil wir die freiheit haben wollen. die freiheit uns ihre rohstoffe zu nehmen um dann unsere produkte auf ihren märkten zu verkaufen
  • Mc Camillo weil der westen das eigentlich garnicht möchte.

warum hatte z.b. deutschland so einen guten draht zu mubarak? denk mal drüber nach...

meiner meinung nach wird sich der wohlstand der welt anpassen. es wird überall gleich schlecht sein. jeder will was von dem kuchen wohlstand haben. dies wird allerdings nichts werden, da wiederum der gegenwert des wohlstandes begrenzt ist --> rohstoffe. in ein paar jahrzehnten wird europa nicht mehr viel besser gehen als den "nicht scheichs" in den arabischen ländern, wenn nicht bald etwas passiert. MC Camillo damit es den einen sehr gut geht, muss jemand oder etwas anderes ausgebeutet werden, das ist nunmal fakt

  • Fridzo Muller ich glaube, dass die ausbeutung natürlich ein aspekt des ganzen ist, allerdings kann man nicht sagen, dass wir einzig und allein aufgrund der ausbeutung solch einen lebensstandard haben, denn auch in der jüngeren vergangenheit (post imperialistische zeit) hat unser wohlstand zugenommen und gleichzeitig die ausbeutung abgenommen (auch wenn wir natürlich immernoch viel zu sehr auf freihandel bauen).

aber auch kulturelle aspekte sind von großer bedeutung. ich glaube z.B. nicht, dass china trotz der verstärkten ausbeutungstendenzen einen wohlstand generieren kann, der die breite masse der bevölkerung erreicht. denn aspekte wie die ein-kind-politik und das damit einhergehende leistungsstreben fördern zwar den individuellen wohlstand aber kommen nicht der gesellschaft zu gute.

(anmerkung: das ging jetzt zwar ein bisschen weg von der eigentlichen frage, allederings ist es genau das was wir hier erreichen wollen - eine diskussion wird angestoßen und kann sich dann auch mal in eine ganz andere richtung entwickeln.)

  • Wod Katitten Wer demonstriert, konsumiert nicht. MC Camillo ja hmm... ich weiß nicht, jeder der schimpft soll bitte sofort sein auto verkaufen, sein haus verkaufen in eine mini mietswohnung gehen und nicht mehr so ausgewogen und vielseitig essen... und das geld verschenken...
  • Jonas Drechsel: das ding ist ja wohl eher, dass sich der reichtum falsch verteilt. von wegen nicht genug da an rohstoffen oder von was auch immer (vom geld ist eher zu viel da - gerade bei den dollardruckern in den usa). seh hier mal wieder das grundproblem der mächtigen: die GIER nach mehr - siehe dazu auch gaddafi, der beste beziehungen nach europa unterhält. die machthaber hier sind wahrscheinlich sogar neidisch auf die zustände in einigen regimen...
  • MC Camillo: wer hat es nicht schon oft genug in der schule gehört, die kluft zwischen arm und reich wird immer größer werden, und die zwiebel wird sich zu einer hässlichen spitzzwiebel entwickeln
  • Troy Mer: damit es den einen sehr gut geht, muss jemand oder etwas anderes ausgebeutet werden, das ist nunmal fakt"

ich finde diese aussage gleich mehrfach interessant. erstens frage ich mich, ob das wirklich so ist, oder ob es nur so ist, dass wir an dieses system der wohsltandsgenerierung schon so gewöhnt sind, dass wir alternativen einfach ausschließen. oder ist es nicht vieleicht eher teil dieses systems uns glauben zu machen, wir müssten uns der alternativlosigkeit lethargisch ergeben...

andererseits frage ich mich, ob es uns, die wir ausbeuten, wirklich so so gut geht? wir mögen zwar einen "höheren lebensstandard" haben, aber geht es uns deswegen sehr gut? oder rennen wir nicht immer nur noch mehr kram hinterher, der uns bisher nicht glücklicher gemacht hat, von dem wir aber immernoch glauben er würde uns glücklicher machen?

ich denke auch, das zwei der themen die hier angeschnitten wurden eine bedeutende rolle in diesem zusammenhang spielen, zum einen unsere fixiertheit auf macht und zum anderen das aktiv werden und etwas ändern.

ich glaub nicht, dass man etwas erreicht, wenn man sich weniger ausgewogen ernährt, was ja sowieso die wenigsten tun...essen gibts doch viel zu viel, wir verteilen es nur nicht richtig, es wär gar kein problem alle menschen auf der welt ausgewogen und vielseitig zu ernähren, es liegt halt nur nicht im interesse der "mächtigen"...

und ich glaub auch nicht, dass man mit geld verschenken etwas erreicht, viel sinnvoller wäre es doch dieses geld zu nutzen um alternative strukturen auf- und auszubauen. mir schweben da so ideen wie fairer handel, solidarische ökonomie und tauschgemeinschaften vor. auch kollektive strukturen, arbeiten in kooperativen und die entwicklung von cradle-to-cradle-systemen, in denen es nicht nur down- sondern auch upcycling gibt bieten spannende ansätze und ideen.

ich glaube mit solchen ideen kann man sich viel eher gegen die gier der mächtigen wehren, man lebt eine alternative, die einen selbst glücklicher macht und hat gleichzeitig noch die möglichkeit die idee weiterzutragen.MC Camillo: das mal eine ausführliche antwort @ Troy Mer,

um deinen schluss vorweg zu nehmen. mit dem geld verschenken und nicht mehr ausgewogen essen meinte ich eher, dass die leute die sagen man kann diese länder nicht mehr ausbeuten, man muss denen helfen dass sie sich entwickeln, diese können gleich anfangen selbst so zu leben. das alle länder den gleichen !hohen standart haben ist einfach nicht möglich. und ich bin einfach der meinung es wird irgendwann überall der gleiche standart sein. ein beschissener! aus diesem grund muss ich leider sagen dass es uns auf kosten anderer gut geht. doch will ich meinen hohen standart wirklich aufgeben? will ich wirklich schlechter leben? willst du schlechter leben? ich studiere, warum? weil ich möchte dass es mir irgendwann mal besser geht und ich mal mehr geld verdiene um mir mehr leisten zu können. ich weiß was ich hier schreibe ist sehr provokant und eigentlich ethisch mit meinem eigenen denken nicht vereinbar, doch das ist genau was der westen betreibt.

dies möchte ich auch noch mit diesem bsp unterstreichen:

wir sind alle für demokratie, richtig? aber schau mal wie es deutschland langweilt was die da unten machen. wir mischen uns überhaupt nicht ein. und warum? mubarak war ein super handelspartner für europa. agypten war ein super günstiges urlaubsland und hat auch rohstoffe sowie absolut billige arbeitskräfte. eine demokratie oder gar ein rein moslimisches regime wäre nur von nachteil für den westen. also mischen wir uns nicht ein und tun nichts und hoffen das eigentlich alles so bleibt.

meiner meinung nach sind stellen diese länder wo gerade unruhen sind kein großes problem dar. unser problem wird china werden. ich habe eine reportage gesehen, da meinte der sprecher die chinesen verbrauchen !unser öl. naja und was machen die chinesen jetzt? sie produzieren wie die weltmeister. in sachen wirtschaftlichkeit sind die jetzt schon platz 2, direkt hinter den USA und es wird nicht mehr lang brauchen dann shaben sie die USA überholt. naja das thema könnte man jetzt so breit treten und argumentieren warum das so ist und welche auswirkungen dies haben wird, aber ich denke das kann sich jeder selber ausmalen? worauf ich hinaus möchte, !unser öl. wie kann ein deutscher sprecher soetwas sagen? sagt er das weil wir kriege wegen dem öl führen und weil wir das in blutigen und ungerechtfertigem töten uns das hart erkämpft haben? ich denke wir werden durch die medien alle in diese richtung erzogen, wir müssen unseren standart sichern, wir müssen schauen das wir nicht unter gehen.

alternative strukturen? ich hab wirklich keine idee wie das anderst laufen sollte. das haben glaub schon so einige versucht, und so manch anderer hat es versucht durchzusetzen. ich denke jeder weiß welche personen gemeint sind. was ist daraus geworden? nichts...

  • Fridzo Muller: @ Mc Camillo: "[...]aus diesem grund muss ich leider sagen dass es uns auf kosten anderer gut geht. doch will ich meinen hohen standart wirklich aufgeben? will ich wirklich schlechter leben? willst du schlechter leben? ich studiere, warum? weil ich möchte dass es mir irgendwann mal besser geht und ich mal mehr geld verdiene um mir mehr leisten zu können."

Bei diesen Fragen stellen sich für mich automatisch auch folgende Fragen: Was ist ein hoher Standard? Führt ein niedriger Standard automatisch zu einem schlechteren leben? Studierst du nur aus diesem Grund?

Hier mein perönlicher Versuch, Antworten auf die Fragen zu finden: Was ist ein hoher Standard: Selbstverwirklichung (vor allem geistig), großes soziales Umfeld + Liebe, abgesicherte Grundbedürfnisse (hier stellt sich natürlich die Frage: "Was genau sind Grundbedürfnisse?")

Will ich schlechter Leben?: Ein niedriger Standard (den du hier aus einer sehr wirtschaftlichen Sichtweise betrachtet hast) führt nicht zu einem schlechteren Leben, da die meisten von uns wirtschaftlich gesehen genug haben um einen hohen Standard (wie oben beschrieben) zu erreichen. Außerdem sollten wir grundsätzlich mehr daran arbeiten, dass wir unser Lebensglück nicht von einem hohen wirtschaftlichen Standard abhängig machen bzw. uns einbilden dass wir nur dann glücklicher sind. Wir sind soziale Wesen und sollten unser Lebensglück deshalb vor allem darüber definieren ob wir mit unserem Handeln der Gemeinschaft dienen und nicht nur unseren perönlichen egoistischen Zielen (das bedarf natürlich stämdiger Anstrengung in Zeiten in denen einem allgegenwärtig das Gegenteil eingeredet wird.)

Mein Studium ordne ich in diesen Zusammenhang ein. Soll heißen, ich studiere natürlich auch um wirtschaftlich meine Grundbedürfnisse abdecken zu können, aber vor alllem um dies mit einem Job zu machen, hinter dem ich stehen kann bzw. durch den ich vielen anderen auch dazu verhelfen kann. Die Selbstverwirklichung geht für mich einher mit der Selbstverwirklichung anderer, dies könnte man auch mit dem Zitat von Kant ausdrücken: "Die Freiheit des einen endet immer dort, wo die des anderen beginnt."

veritas fluctuare steht für "Perspektivische Wahrheiten" und freut sich sehr über die hier entstandene diskussion. genau um solche themenübergreifenden standpunkte auszutauschen wurde ich ins leben gerufen. ein großes ziel könnte auch sein eben die frage nach "alternativen strukturen" (@mc camillo) weiterzudenken und lebensfähig zu machen - auch in unserer "wohlstandsgesellschaft".

  • MC Camillo: kann ich so nicht unterstützen frido, denn du hast ganz andere ansichten als ich.

ich rede immer vom allgemeinen standart und wirtschaftlichkeit hängt sehr wohl mit dem wohlstand der menschen ab.

in welchem land geht es den menschen gut, die keine wirtschaft haben?? ich sag nicht ne gut wirtschaft sei ein indikator für wohlstand der menschen (siehe china) aber für den westen ist es sehr wohl so, dass wir unseren wohlstand aufgeben müssen ohne diese wirtschaft. Mc Camillo: über den rest sag ich lieber nichts mehr, keine lust darüber zu diskutieren. weil bevor du zu mir sagst ich soll daran arbeiten was mich glücklich macht, solltest du mich erstens erst mal kennen, und zweitens überlegen mit welchen aktivitäten du selber andere ausbeutest.

und studieren? würdest du wirklich diesen schweren weg gehen, wenn es viel einfacher gehen würde viel geld zu verdienen? begieb dich mal in roll vor deinem studium, wo man erst mal genug von schule hat und geld verdienen möchte. ich weiß nicht ob ich da irgendwie komplett falsch denke oder dumm in der beziehung bin, aber ich hab damals gedacht kein bock auf studieren. danach habe ich gesehen wie man als normaler angestellter nach der lehre behandelt wird und welche langweilige arbeit man ausführen muss und vorallem wie wenig man verdient. du gehst jeden monat unter 1300 euro nach hause als büroangestellter. Fridzo Muller: Hmm... ich wollt dich eigentlich gar nicht angreifen bzw. das ganze gegen dich richten, gerade weil ich dich nicht kenne. hab mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. und jeder definiert glück anders und deswegen selbst wenn ich wollte könnte ich dir gar nicht sagen was dich glücklich macht.und natürlich muss ich mir auch gedanken machen mit welchen aktivitäten ich andere ausbeute und wie ich das besser machen kann, deshalb hab ich auch von wir gesprochen ("Außerdem sollten wir grundsätzlich mehr daran arbeiten, dass wir unser Lebensglück nicht von einem hohen wirtschaftlichen Standard abhängig machen bzw. uns einbilden dass wir nur dann glücklicher sind.")

zu deiner ersten antwort: es gibt kein land in dem es keine wirtschaft gibt, aber ich denke du meinst länder in denen die wirtschaft schlecht oder nicht so hoch entwickelt ist? Der Wohlstand eines jeden einzelnen hängt immer davon ab, was in der jeweiligen Gesellschaft bzw. dem Land als Wohlstand angesehen wird. Deshalb können die Menschen in ärmeren Ländern trotzdem genauso glücklich oder sogar glücklicher sein als in reicheren Ländern. Ein höher entwickeltes Land bietet zwar immer einen höheren absoluten Wohlstand aber empfunden wird doch fast nur der relative Wohlstand. Folglich ist es vielleicht sogar schwerer, in einem hoch entwickelten Land zu denen zu gehören die einen höheren Wohlstand haben, als in einem ärmeren. Aber naja das ist jetzt sehr theoretisch und da will ich mich auch nicht festlegen. Wenn wir es schaffen können, dass der Wohlstand, den wir aufegeben müssen um eine gerechtere Welt zu schaffen, gleichmäßig auf unsere Gesellschaft "verteilt" wird, dann empfinden wir das auch nicht so sehr als Verlust.

zu deiner zweiten antwort: schade dass du keine lust mehr hast darüber zu diskutieren, denn es ist doch gut, dass wir unterschiedlicher meinung sind und darüber hier mal sprechen. keiner muss deswegen hinterher die meinung des anderen annehmen, aber jeder lernt doch daraus andere sichtweisen besser zu verstehen. Vor meinem Studium hab ich nen Job gehabt bei dem ich gut verdient hab aber viel unterwegs war und was gemacht hab wovon ich nicht überzeugt war, auch wenn mir der job selber schon spaß gemacht hat und mich gefordert hat. Dadurch hab ich mich entschlossen zu studieren, um mich hinterher besser selbstverwirklichen zu können, wozu für mich entscheidend ist, dass ich einen sinn in dem sehe was ich mache und was dadurch bewirkt wird. und zu dem problem mit den unter 1300 im monat da geb ich dir recht, in deutschand ist die lohnverteilung schlecht, soll heißen, dass man mit gesellschaftlich wichtigen jobs ein niedriges Wohlstandsniveau erreicht und das führt dann u.a. auch zu ungerechter Wertschätzung der einzelnen Berufe. Jonas Drechsel: Grundsätzlich ist es sicherlich so, dass nicht alle nur wegen des Geldes studieren. Da bin ich mir ganz sicher! Aber traurig ist es, dass viele um gut verdienen zu können (also so, dass sie sich ein sicheres leben mit familie leisten können/wollen), studieren müssen...das ist sicher auch ein grund warum immer mehr akademiker und abiturienten hervorgebracht werden - ob das dann aber wirklich Bildung ist?

Grundlegend ist hier - wie oben von mir schon angesprochen - die Umverteilungsproblematik. WARUM zum Teufel kann jemand der 40h in der Woche seinen Job macht davon nicht ausreichend lebend? Die Politik ließ sich hier vom Neoliberalen Denken indoktrinieren! Federführend dafür zb Hans-Werner Sinn.

"Eine langfristige Lohnsenkung im Niedriglohnsektor um 32,5 Prozent würde bis zu 3,2 Millionen Menschen Arbeit beschaffen. Der durchschnittliche Stundenlohn für Geringqualifizierte müsste also von rund 8,70 Euro auf 5,90 Euro sinken."

Hans-Werner Sinn in der wirtschaftswissenschaftlichen Publikation "WISU-Magazin" 8-9/2006 über die Wirkung des Kombilohn-Modells "Aktivierende Sozialhilfe" aus seinem Ifo-Institut.

"Der Arbeiter, der hofft, dass seine Kinder Millionäre werden, wird keine Neidsteuer für die Millionäre mehr fordern."

Hans-Werner Sinn in der "Wirtschaftswoche" vom 13. März 2006 in einer ansonsten bemerkenswerten Kritik des deutschen Schulsystems

Das sehe ich jetzt eher als schwierig an: Wie soll denn jemand Millionär werden, wenn der Durchschnitts-Stundenlohn deutlich sinkt? Das hilft doch eher denen, die schon Millionäre sind und ihr Kapital arbeiten lassen...

Von daher prangere ich die ungleichbehandlung des Menschen an! Nicht dass ein Manager nicht mehr verdienen darf als ein Fabrikarbeiter - aber doch nicht das x1000fache!

"Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Recht geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen." Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Mc CamilloHab mich gerade über Spritpreise informiert:

http://www.financial.de/news/wirtschaftsnachrichten/benzinpreis-springt-um-drei-cent-auf-153-euro-pro-liter/

Libyen ist einer der größten Erdölproduzenten der Welt und hat mit 5,7 Milliarden Tonnen die größten Reserven in Afrika. Libysches Öl gilt als sehr hochwertig, viel davon wird nach Europa exportiert. Libyen ist der fünftwichtigste Lieferant von Rohöl für Deutschland.

somit auch ein Grund warum sich Deutschland nicht einmischt und pisitioniert. Jonas Drechsel Natürlich ist es so, dass D von der Stabilität gewisser Länder profitiert. Wobei Stabilität eben hieß: Unterdrückung der Masse zugunsten weniger. Und dies in der Regel in Form einer Angstherrschaft.

Aber nur weil zb Libyen der fünftwichtigste Rohöl Lieferant der Welt ist, heißt das ja nicht, dass die Menschen in Libyen darunter leiden müssen. Ich verstehe also den Zusammenhang leider garnicht hier?

  • Mc Camillo die frage war doch:

Mal ne Frage: Warum positioniert sich eigentlich der freiheitsliebende Westen nicht eindeutig wenns um die Volksaufstände in den Arabischen Staaten geht?

  • Mc Camillo: somit passt das sehr gut...

Jonas Drechsel: Aber wo ist der Zusammenhang? Die USA zum Beispiel, als einer der größten Handelspartner Deutschland, ist schließlich auch eine "freie Demokratie" (jetzt lach ich kurz)

Warum also ist D jetzt also nicht pro Demokratie für Libyen. Zum einen wäre es moralischer und zum anderen geht's wirtschaften ja anscheinend auch mit Demokratien. Oder? ___ 

Gaddafi setzt auf Gewalt

Veritas Flucturare: http://www.sueddeutsche.de/politik/libyen-tote-bei-protesten-1.1062277 - human rights watch berichtet von 84 getöten Protestanten

Mc camillo: könnte sich zu nem bürgerkrieg entwickeln...

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Verhärtete Fronten in der arabischen Welt http://www.zeit.de/2012/50/Tunesien-zwei-Jahre-danach

Schöne Überschrift. Das würde ich gerne mal in echt erleben, gerade auch in Deutschland. Trotzdem gelungener Artikel. Revolution in Ägypten: Von Untertanen zu aktiven Bürgern | Politik | ZEIT ONLINE www.zeit.de Der Orient erlebt den Fall seiner Mauer aus Machtmissbrauch und Polizeiterror. Das ägyptische Volk hat das Tor in eine neue Zukunft aufgestoßen. Es darf sich nicht schließen. Gefällt mir · · Beitrag nicht mehr folgen · Teilen

Wod Katitten ‎...dazu muss es den Leuten in D aber erst mal so schlecht gehen wie in Ägypten. 13. Februar 2011 um 19:20 · Gefällt mir Jonas Drechsel Naja, und warum geht's den Leuten in D so gut?

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Ein differenzierter Blick auf Iran und Syrien:BearbeitenBearbeiten

Hände weg von Iran und Syrien! - Eine ganz andere Sichtweise, als die unserer Machthaber und der "Qualitätspresse"... "Wir müssen der Desinformationskampagne und der Kriegspropaganda der Herrschenden unsere Informationen entgegen setzen, die Bevölkerung aufklären nicht nur über die Haltlosigkeit mancher Vorwürfe gegen al-Assad und Ahmadinedschad – die deswegen noch lange nicht zu unseren Freunden gehören -, sondern auch über die Voraussetzungen für wirkliche soziale und demokratische Fortschritte in den beiden Ländern. Fortschritte, die den Regimen nur abgerungen werden können, wenn Frieden herrscht, und die in Frage gestellt sind, wenn die Bedrohung von außen zunimmt. Und wer es ernst nimmt mit Menschenrechten, der sollte aufhören, Flüchtlinge und Deserteure aus Syrien zurückzuschicken." Strutynski: "Hände weg von Iran und Syrien", 04.02.2012 (Friedensratschlag)www.ag-friedensforschung.de


Fridzo Muller "Wahrscheinlich spielt politischer Irrsinn in den internationalen Beziehungen selten eine so entscheidende Rolle wie zwischen dem Iran und den USA. Der Iran hatte lange Hoffnungen in die USA gesetzt, die USA glaubten dann lange, den Iran sicher im Griff zu haben. Beide wurden enttäuscht. Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Iran umkämpftes Beutestück zwischen Russland und Großbritannien. Aus diesem Streit versuchte das Deutsche Reich im ersten und zweiten Weltkrieg Vorteile zu ziehen. Damals genossen die USA – verglichen mit den europäischen Mächten – großes Ansehen. Dann kamen sie mit dem Sturz von Mossadegh richtig ins Spiel. Mossadegh hatte auf ihre Unterstützung gegenüber dem britischen Ölboykott gehofft. Stattdessen zogen sie im Bündnis mit Großbritannien die Fäden bei dem Putsch, der den Shah wieder an die Macht brachte. Die Furcht, die Sowjetunion könnte den Iran auf ihre Seite ziehen, war der Antrieb hinter dieser Gewalttat gegen die iranische Unabhängigkeit und Demokratie. Das Shahregime passte dagegen gut in die westliche Kalte Kriegsstrategie.

Die USA traten die Nachfolge Großbritanniens als Vormacht des Iran an. Dass das Shahregime im Rahmen einer regionalen Hegemonialpolitik sein Atomprogramm initiierte, störte nicht weiter. Die Probleme der USA mit dem Iran begannen nicht mit dem Atomprogramm, sondern mit dem Sturz des Shah durch die Revolution von 1979. Dass sie in ein theokratisch-islamisches Regime mündete, störte weniger als dessen Streben nach Unabhängigkeit des Iran. Dieses Unabhängigkeitsstreben und nicht der Mangel an Demokratie unterschied und unterscheidet den Iran von Saudi-Arabien, dem wichtigsten strategischen Verbündeten der USA in der Region. Und wenn die iranische Gesellschaft in ihrer Mehrheit ein Grundinteresse mit dem Regime teilt, dann ist es genau dieses Streben nach Unabhängigkeit.

[...]

Was den Westen betrifft, so sollten USA und EU den doppelten Kurzschluss überdenken: Weder ist das iranische Atomprogramm Marotte eines Schurkenregimes, dessen Beendigung ergo den Sturz dieses Regimes und nur ihn zur Voraussetzung hätte, noch lassen sich in diesem Konflikt der Angriff auf das Regime und die existentielle Gefährdung des von ihm beherrschten Staates einfach auseinanderhalten. Alles, was der Westen bisher unternimmt, führt im Iran dazu, dass auch oppositionelle Teile der Gesellschaft die Atompolitik des Regimes als nationales Projekt wahrnehmen. Unter diesen Umständen wird jede Bemühung das Atomprogramm durch „regime change“ zu bewerkstelligen, als Angriff auf die Existenz des Iran als unabhängigen Staat wahrgenommen. Dass herrschende Regime steht unter erheblichem innenpolitischen Druck. Der Druck von außen entlastet es im Inneren.

Eine Verständigungsmöglichkeit springt in die Augen: Der Westen verzichtet auf das Verbot jeglichen Anreicherungsprogramms, der Iran lässt sich auf unbehinderte Kontrollen durch die IAEA ein. Es gibt ein rationales Kalkül im vorhersehbaren Eskalationsszenario. Hat dagegen die Vernunft der Entspannung eine Chance. Obama hatte sie im Sinn, aber hat er die Macht?"

Quelle: Jeden Monat kommentiert Joscha Schmierer aktuelle außenpolitische Themen. Der Autor, freier Publizist, war von 1999 – 2007 Mitarbeiter im Planungsstab des Auswärtigen Amts. (http://www.nachdenkseiten.de/?p=12145)  Jonas Drechsel Gutes Interview...aber die Länder schauen halt immer erstmal alle auf sich!____

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